IM LANDTAG

Doro Kliche-Behnke sitzt im Flur des Landtags auf dem Boden vor einer Tür

Aufgaben

Die Arbeit im Landtag ist vor allem in Fachausschüssen organisiert. Ich leite derzeit als stellvertretende Vorsitzende den Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit und bin Mitglied im Notparlament und beratendes Mitglied im Wahlprüfungsausschuss. Darüber hinaus gehöre ich dem Präsidium des Landtages an.


Als sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion bin ich zuständig für Arbeitsmarktpolitik, Gesundheit und Pflege, für Sozialpolitik, für die Belange von Menschen mit Behinderung, für Frauen und Gleichstellung und für Integration.


Zudem hat mich die Fraktion zu ihrer religionspolitischen Sprecherin gewählt.


Themen

Eine vielfältige Gesellschaft

Sozialpolitik heißt in meinem Verständnis, jede:n Einzelne:n in den Blick zu nehmen. Um Teilhabe für alle erreichen zu können, setze ich mich besonders für Gleichstellung, Inklusion und Integration ein.

Echte Gleichberechtigung heißt, dass sich Frauen und Männer Macht und Verantwortung gerecht teilen, egal ob in der Familie, bei der Care-Arbeit, in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft: Noch immer verdienen Frauen in Baden-Württemberg im Schnitt 20 Prozent weniger pro Stunde als Männer, dies ist bundesweit die größte Lohnlücke. In Baden-Württemberg sind nur etwa 30 Prozent der Positionen auf der Führungsebene mit Frauen besetzt.

Auch die Frauenquote im Landtag von Baden-Württemberg ist mit 33,6 Prozent Prozent zwar so hoch wie nie zuvor – aber immer deutlich unter dem Durchschnitt im Vergleich zu anderen Landesparlamenten. Dieses Ergebnis ist bereits eine deutliche Steigerung. Dies haben wir durch die Änderung des Wahlrechts geschafft. Besonders stolz bin ich, dass meine Fraktion jetzt paritätisch besetzt ist.


Demonstrationsschild

Gleichstellung heißt für mich auch, dass Frauen besser vor Gewalt geschützt werden müssen. Dafür wurde 2011 die Istanbul-Konvention beschlossen. Mit dem 2025 in Kraft getretenen Gewalthilfegesetz hat der Bund einen wichtigen Schritt zur Umsetzung gemacht: Es verpflichtet die Länder, bis 2027 ein bedarfsgerechtes Netz an Schutz- und Beratungsangeboten sicherzustellen. Baden-Württemberg muss diese Verpflichtung jetzt entschlossen umsetzen und ausreichend finanzier


Inklusion hat für mich viele Facetten: Erstens muss die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben verbessert werden. Die Beschäftigung in Werkstätten darf nicht die einzige Option sein!


Rollstuhlfahrer:in in einem Flur

Menschen mit Behinderung muss ein besserer Zugang zum kulturellen Leben ermöglicht werden. Der Zugang zu kulturellen Veranstaltungen muss für alle Menschen eine Selbstverständlichkeit sein. Ebenso müssen alle Menschen ihre künstlerischen Begabungen entdecken und entwickeln können und die Bühnen und Ateliers diese Vielfalt widerspiegeln.


Mir ist ebenfalls wichtig, auch in Baden-Württemberg inklusive Wohnformen zu fördern. Menschen mit und ohne Behinderung sollen miteinander leben können.



Integration ist sicherlich eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Deutschland – und speziell Baden-Württemberg – ist eine Zuwanderungsgesellschaft.

Ich sehe Migration und Integration als eine große Chance: Denn gerade in Baden-Württemberg herrscht ein Fachkräftemangel, der durch qualifizierte Einwanderung ausgeglichen werden kann.

Ich setze mich zudem für die humanitäre Aufnahme von Geflüchteten ein. Dazu gehört, dass über Asylanträge schneller entschieden werden muss. Nur mit einer sicheren Perspektive kann eine Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt gelingen.

Doro Kliche-Behnke im Gespräch

Allen, die hier leben, muss politische und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden. Dazu müssen Hürden abgebaut werden: Es braucht leicht zugängliche Sprachförderung, Unterstützung beim Ausbau sozialer Netzwerke sowie Angebote zur Stärkung der Eigenverantwortung, damit mehr Menschen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können.

Arbeit

Gute Arbeit ist für mich mehr als ein Job, sie sichert Würde, Teilhabe und ein eigenständiges Leben. Baden-Württemberg steht als starkes Industrieland vor großen Herausforderungen: Der Strukturwandel der Automobilindustrie, Digitalisierung und der Fachkräftemangel verändern unsere Wirtschaft grundlegend. Dieser Wandel darf nicht zulassen der Beschäftigten gehen, sondern muss Chancen für sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen.


Deshalb setze ich mich für faire Löhne, sichere Beschäftigungsverhältnisse und eine höhere Tarifbindung ein. Zugleich braucht unser Land eine aktive Industriepolitik, die Innovationen fördert, Unternehmen im Wandel unterstützt und hochwertige Arbeitsplätze in Baden-Württemberg sichert.

Ein weiteres Thema ist die Fachkräftesicherung. Das Land muss stärker in Weiterbildung, Qualifizierung und berufliche Ausbildung investieren. Beschäftigte müssen die Möglichkeit erhalten, sich für neue Anforderungen weiterzubilden, statt den Strukturwandel allein tragen zu müssen. Gleichzeitig braucht eine zukunftsfähige Arbeitswelt gute Arbeitsbedingungen. Gute Arbeit entsteht dort, wo Beschäftigte mitbestimmen können. Deshalb gehören für mich starke Betriebsräte, Sozialpartnerschaft und Tarifbindung ebenso zu einer modernen Arbeitswelt wie gute Ausbildungsbedingungen und attraktive Perspektiven für Fachkräfte in allen Regionen Baden-Württembergs. 


Gesundheit und Pflege

Unser Gesundheits- und Pflegesystem steht unter enormen Druck. Fachkräftemangel, Arbeitsverdichtung und eine ungleiche Versorgung zwischen Stadt und Land gefährden die gute Versorgung der Menschen in unserem Land. Ich setze mich für bessere Arbeitsbedingungen in Pflege- und Gesundheitsberufen ein, für eine gerechte Bezahlung und für eine wohnortnahe Versorgung, gerade im ländlichen Raum

Auch bei der Pflege von Angehörigen müssen Familien besser entlastet werden. Dazu können Informations- und Beratungsangebote, ambulante Pflegedienste oder Einrichtungen der Tagespflege beitragen. Um den Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken, braucht es bessere Arbeitsbedingungen, eine gerechte Bezahlung und mehr Ausbildungsplätze.

Gute Pflege und gute Gesundheitsversorgung entstehen dort, wo Beschäftigte wertgeschätzt werden und Patient:innen sich aus verlässlichen Angeboten verlassen können. Deshalb setze ich mich für eine Gesundheitspolitik ein, die nicht nur auf Wirtschaftlichkeit schaut, sondern die Versorgung der Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt – in der Stadt genauso wie auf dem Land.

Kinder und Familie

Politik vermittelt zu oft den Eindruck, dass Kinder bestenfalls mitgedacht werden. Das finde ich falsch. Kinder haben ein Recht darauf, ernstgenommen zu werden.


In Baden-Württemberg setze ich mich dafür ein, dass die Bedeutung der frühkindlichen Bildung erkannt wird: Kitas müssen endlich gebührenfrei werden. Zudem braucht es mehr qualifizierte Pädagog:innen.

Doro Kliche-Behnke im Gespräch mit Kindern

Auch der Kinderschutz ist mir ein wichtiges Anliegen: Kinder und Jugendliche müssen besser vor  Missbrauch und Gewalt geschützt werden. Es braucht besseren Zugang zu psychologischer Versorgung.  

Ich will eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier sind Ganztagesschulen ein Baustein. Davon profitieren insbesondere Alleinerziehende, die unter besonderer Belastung stehen.


Auch bei der Pflege von Angehörigen müssen Familien entlastet werden. Dazu können Informations- und Beratungsangebote, ambulante Pflegedienste oder Einrichtungen der Tagespflege beitragen. Gegen den Fachkräftemangel in der Pflege braucht es bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechte Bezahlung.